Stationen einer Reise

Eine Produktion der HillAc
2003 - 2007

Fünfte Etappe

- Die Begegnung -

COPPEEEEEEELIIIIIIUUUUSSS ! !

Die hohen Uferberge vibrieren. Der Weg unter Deinen Füßen gerät ins Schwanken. Geröll rieselt die Steilhänge hinab. Staub steigt auf und vermischt sich mit der schwülwarmen Luft.

Ein Geräusch, dass sich zunächst anhörte, wie ein über eine Brücke fahrender Zug, hat sich zu einem lauten Stampfen ausgewachsen. Deine Trommelfelle schmerzen. Du hältst Dir die Ohren zu.

Du siehst ein Gesicht vor Dir aus dem Nebel treten.

Coppelius!! Ein großer breitschultriger Mann mit einem unförmlich dicken Kopf, erdgelbem Gesicht, buschigen Augenbrauen, unter denen ein Augenpaar stechend hervorfunkelt. Eine große, starke über die Oberlippe gezogene Nase. Das schiefe Maul verzieht sich zu einem hämischen Lachen.

„Ha . . . ha . . . hahahhahahahahah !!!”

Die wasser- und staubgeschwängerte Luft sorgt für ein entsetzliches Echo.

Ein seltsam zischender Ton fährt durch die zusammengekniffenen Zähne.

„TZSCHTZSCHTZSCHHHHHHHHHHHHHH !!!“

In Dir regt sich tiefes Entsetzen.

Du hörst einen entsetzlichen Schrei. Die Luft bebt, als würden die Berge um Dich herum zusammenstürzen.

Der Schrei wird zu einem aus der Tiefe kommenden Donner, der sich in Wellen kreisförmig von Dir entfernt.

Blitze schlagen in die Felsen ein. Rauch steigt auf.

Es wird still.

Eine Frau eilt an Dir vorbei.

„Geschafft. Wir danken Dir. Ich werde jetzt ins Dorf zurückkehren und allen die gute Nachricht bringen.“

„Dir alles Gute auf Deinen Wegen.“

„Schau, dort kommt auch schon der Ochsenkarren mit den Reisenden.“

„Ihnen sei eine gute Rückkehr in die Heimat gewiss.“

Erschöpft sinkst Du zu Boden. Dunkelheit.

- - - Schnitt - - -

Das R E I S E G E P Ä C K !! Es ist nicht mehr da.

Zwei elegant gekleideten Herren haben das Wirtshaus verlassen. Ein Reisender aus Übersee erzählt Geschichten.

Das Durcheinander der Stimmen ist nicht leiser geworden.

Neben der Tür sitzt eine Kartenlegerin.

„Ich habe etwas für Dich.“

Sie reicht Dir ein Manuskript.

„Einer der beiden Herren hat es verloren.“

Sie deckt eine Karte auf.

Auf der Karte ist eine Zeichnung abgebildet.

Unterhalb der Zeichnung erkennst Du einen Schriftzug.

Der neue Markt des Königs

„Nun mache Dich auf den Weg. Bis zum 22. Juli musst Du dort sein.“

Ein mildes Lächeln zum Abschied.

Es ist der 28. Juni, 3.30 Uhr in der Früh. Du verlässt das Wirtshaus in der Karlová.

Du weißt jetzt wer der Mann mit dem ausdruckslosen Gesicht war.

Fortsetzung folgt ...