Der Zimmermann

Eine Produktion der HillAc
im Auftrag DER JURY

26. Oktober des Jahres 2004 nach deiner Zeitrechnung.

Die dritte Etappe unserer Zeitreise "Der Zimmermann" wird veröffentlicht.

Jesper Sörensen

Dritte Etappe

- "Fahrt!" -

Du schaust in betroffene Gesichter. Sie schweigen.

Eine buckelige Gestalt schleicht sich an dir vorbei. Kaum hörbar murmelt sie:

"Endlich geht es los."

"Wird auch Zeit, sind schließlich seit genau einer Woche an Bord und noch nicht sehr weit gekommen."

"Bei den Nachrichten, die uns vom Festland erreichten?"

"Wir haben unsere Dienste angeboten. Wir mussten die Anordnung der Admiralität abwarten. Mehr konnten wir nicht tun. Ab jetzt läuft alles nach Plan."

Die Gestalt verschwindet lautlos in einer dunklen Ecke des Schankraumes. Nur du hast sie bemerkt.

- - -

Auf dem Schanktisch steht eine große, schwere Vase mit roten Nelken.

Der Mann mit den goldenen Ohrringen nimmt ein paar Münzen aus seinem zusammengeknoteten Tuch und legt sie auf den Tisch. Die Stille ist aufgehoben. Seine Hand zittert. Das rothaarige Mädchen schiebt ihm beiläufig ein Seidel hin.

"Verrückt! Er hat sie umgebracht. Hat zwanzig Jahre dafür gesessen, im Kittchen oben am Berg." Hörst du eine Stimme sagen.

Er hört es. Er dreht sich nicht um. Er streckt seine alte Klaue aus und zerquetscht die roten Nelken.

"Du altes Schwein!" kreischt das rothaarige Mädchen. Ein Mann versetzt ihm einen Fußtritt. Er flüchtet wie eine Ratte durch die Tür.

- - -

Am hinteren Ende des Schanktisches stehen Hafenarbeiter. Ihre Stimmen melden sich allmählich zurück.

"Schon als er mit seiner Seekiste hier ankam, schmerzten seine Knochen unaufhörlich."

"Ja, ja, seine schwache Gesundheit und der Alkohol machten ihn arbeitsunfähig."

"Für uns war er ein Held. Ich habe immer ein Auge zugedrückt, wenn er sich nachts in einen Schuppen schlich, um unter einer Plane zu schlafen."

"Gott sei Dank hatte er für die letzten zwei Jahre einen Platz im Altersheim."

"Allein. Gebrochen. Er dachte zuletzt nur noch an seine einzig wahre Gefährtin, "die ihm so nah war", wie er immer wieder sagte. - Sein Tagebuch . . . !"

Fortsetzung folgt ...


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