Zeitblick / Das Online-Magazin der HillAc - 1. November 2011 - Nr. 41

In Hamburg

Regenbogenschiffe

Rainbow Warrior III
Die "Rainbow Warrior III" an der Überseebrücke in Hamburg am 22. Okt. 2011
Foto: HillAc

Grüner Anstrich, ein weißer Vogel und ein Regenbogen - typische Kennzeichen einer jeden "Rainbow Warrior". Die Schiffe der "Rainbow Warrior"-Serie stehen in der Greenpeace-Flotte als Symbol für Greenpeace, Frieden und Umweltschutz.

Die "Rainbow Warrior I" war ein von Greenpeace im Jahre 1978 umgebautes ehemaliges Fischerei-Forschungsschiff, das als solches bereits 1955 vom Stapel lief. Sieben Jahre stand dieses Schiff im Dienst von Greenpeace. Die "Rainbow Warrior I" wurde am Abend des 10. Juli 1985 im Hafen von Auckland (New Zealand) vom französischen Geheimdienst mit Hilfe von Sprengstoffladungen versenkt. Das Schiff war auf dem Weg zum Moruroa-Atoll, um dort gegen die französischen Atomtests zu protestieren.


Fotografiert von einer Stellwand vor der Überseebrücke in Hamburg am 22. Okt. 2011. Bild rechts: Die gesunkene "Rainbow Warrior I" im Hafen von Auckland. Bilder links: Bewohner der Pazifik-Insel Rongelap werden mit der "Rainbow Warrior I" auf die Insel Mejato übersiedelt, da die Insel Rongelap durch US-Atomtests zwischen 1946 und 1948 verstrahlt ist. Auf dem unteren Bild (links) ist der Fotograf Fernando Pereira zu sehen, der bei dem Anschlag auf die "Rainbow Warrior I" ums Leben kam.

Noch im selben Jahr kaufte Greenpeace einen alten Nordseetrawler. Ein Trawler ist ein Schiff, das für den Fischfang mit Schleppnetzen eingesetzt wird. Dieser Trawler wurde in einer Hamburger Werft zu einem Dreimast-Motorsegler umgebaut. Am 10. Juli 1989 trat dieses Schiff unter dem Namen "Rainbow Warrior II" seinen Dienst als neues Greenpeace-Flaggschiff an.

Die "Rainbow Warrior II" wurde im August 2011, nach 22 Jahren im Dienst von Greenpeace, an die Organisation Friendship übergeben. Sie fährt jetzt unter dem Namen "Rongdhonu", das ist das bangladesische Wort für "Regenbogen". Die Aufgabe der "Rongdhonu" ist es, als Versorgungsschiff in schwer zugänglichen Gebieten in Bangladesch zu fahren.

Die "Rainbow Warrior III" ist das erste Schiff, das von Greenpeace komplett neu gebaut wurde. Im Juli 2011 lief die "Rainbow Warrior III" in der Fassmer-Werft in Berne bei Bremen vom Stapel. 1.256 Quadratmeter Segelfläche, Dieselmotoren, deren Abgase gereinigt werden, ein Elektromotor, der das Schiff langsam voranbringen kann, das Wasser an Bord wird aus dem Meer gewonnen und Abwasser wiederaufbereitet.


Die "Rainbow Warrior III" an der Überseebrücke in Hamburg am 23. Okt. 2011
Foto: HillAc

Die "Rainbow Warrior III" wird voraussichtlich erstmals Anfang 2012 an der Amazonas-Mündung vor Brasilien zum Einsatz kommen. Dort soll gegen die Zerstörung der Regenwälder protestiert werden. Bis dahin wird die "Rainbow Warrior III" der Öffentlichkeit vorgestellt. Hamburg war die erste Station. Es sollen die europäischen Häfen von Amsterdam, London, Stockholm, Marseille und Barcelona folgen. Danach wird die "Rainbow Warrior III" den Atlantik überqueren und sich in Hafenstädten an der Ostküste der USA vorstellen.

In Hamburg wurde die "Rainbow Warrior III" von dem Greenpeace-Schiff "Beluga II" begleitet.


Die "Beluga II" an der Überseebrücke in Hamburg am 22. Okt. 2011.
Foto: HillAc

Allen Greenpeace-Schiffen eine gute Fahrt und stets eine Handbreit Wasser unterm Kiel.

Jesper Soerensen